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2. Salzburger Symposium Rehabilitationsforschung, am 21. November 2025

Das 2. Salzburger Symposium Rehabilitationsforschung stand 2025 unter dem Motto „𝗥𝗲𝗵𝗮𝗯𝗶𝗹𝗶𝘁𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 𝗶𝗺 𝗪𝗮𝗻𝗱𝗲𝗹“. Über 190 Teilnehmer:innen aus Forschung, Politik und Praxis verdeutlichten den großen Bedarf an evidenzbasierter, zukunftsorientierter Rehabilitation in Österreich. Das Programm spannte einen Bogen von gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen über Klima- und Migrationsfragen bis hin zu Digitalisierung, Akut-Reha, Prehabilitation und spezialisierter Forschung. Durch das Symposium führte Gunnar Treff, Manager des RehaHub und Experte für interventionelle Rehabilitationsforschung an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg.

🤝 Grußworte
In der Eröffnung betonten Landesrätin Daniela Gutschi, Rektor Wolfgang Sperl (PMU), LBG-Präsidentin Freya Smolle-Jüttner sowie Josef Niebauer (Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Digitale Gesundheit und Prävention), Vincent Grote (Leitung des Ludwig Boltzmann Instituts für Rehabilitation Research) und Tanja Stamm (Leitung des Ludwig Boltzmann Instituts Arthritis und Rehabilitation) die hohe gesellschaftliche und gesundheitspolitische Relevanz moderner Rehabilitation – insbesondere angesichts alternder Gesellschaften, chronischer Erkrankungen und der Chancen digital gestützter, individualisierter Versorgungsmodelle.

🎤 Keynote: Demografie, Ökonomie, Adhärenz – Die Bedeutung der Rehabilitation für Österreich.
In seiner Keynote ordnete Thomas Czypionka Rehabilitation makroökonomisch ein: Dreifache Alterung, stagnierendes Arbeitskräftepotenzial, hohe Inflation, Baumol’sche Kostenkrankheit und Budgetgrenzen erhöhen den Druck auf das Gesundheitssystem. Internationale Evidenz zeigt, dass besonders kardiovaskuläre Rehabilitation Mortalität und Rehospitalisierungen senkt, den Wiedereinstieg in Arbeit fördert und kosteneffizient ist – ein zentraler Hebel für den effizienten Einsatz knapper Ressourcen.

🩺 Session 1: Gesundheitspolitik & Ökonomie
Hier wurde deutlich: Das „Recht auf Reha“ ist in Österreich rechtlich fragmentiert – verschiedene Sozialversicherungsträger und Sozialsysteme gewähren teils unterschiedliche Ansprüche. Das führt zu Versorgungslücken und steigenden Ausgaben. Diskutiert wurden Reformen für klarere rechtliche Grundlagen, transparentere Zugänge und eine Anpassung der Finanzierung an demografische Entwicklungen.

🌍 Session 2: Gesellschaft & Umwelt
Die zweite Session thematisierte die Auswirkungen von Klima, Migration und Versorgungsrealität. Klimawandelbedingte Risiken wie Hitze und Luftverschmutzung treffen Reha-Patient:innen besonders, während Einrichtungen ihren ökologischen Fußabdruck verringern müssen. Reha wurde als Ort für „klimabezogene Gesundheitskompetenz“ positioniert. Berichte aus der kinderneurologischen Frührehabilitation zeigten die Belastung von Familien und Kliniken beim Übergang von Intensivphase zu Nachsorge. Zudem wurde hervorgehoben, dass Menschen mit Migrationshintergrund trotz höherer Belastungen Reha seltener nutzen – bedingt durch soziale, sprachliche und kulturelle Barrieren.

💻 Session 3: Digitalisierung
Im Mittelpunkt stand die digitale Transformation in der Reha. Die österreichische eHealth-Strategie 2024–2030 setzt neue Schwerpunkte, etwa bei Tele-Reha und Wearables. Die Pensionsversicherung präsentierte Programme für ortsunabhängige, nachhaltige Rehabilitation und stärkeres Selbstmanagement. Dr. Smeddinck vom LBI für Digitale Gesundheit und Prävention zeigte, wie digitale Anwendungen und KI-gestützte „Just-in-Time“-Interventionen die Adhärenz und Ergebnisqualität verbessern können, dabei aber auch ethische und rechtliche Fragen aufwerfen.

🧪 Session 4: Neues aus RehaHub & Salzburger Rehabilitationsforschung
Die abschließende Session bot Einblicke in laufende Projekte. Akut-Reha wurde als Bindeglied zwischen Intensivmedizin, Frührehabilitation und postakuter Versorgung beleuchtet. Das Projekt KlimaFIT entwickelt Methoden, um Hitzetoleranz bei Patient:innen messbar zu machen. „Eat like an Athlete“ betonte Ernährung und Training in der Prävention von Sarkopenie und Frailty. Geschlechtsspezifische Analysen bei rheumatoider Arthritis unterstrichen die Bedeutung geschlechtssensibler Diagnostik und Therapie. Das Leitprojekt „PREHAB2REHAB“ verbindet multimodale Prehabilitation mit digital gestützter Rehabilitation entlang des gesamten Behandlungspfads.

👥 Fazit
Das Symposium zeigte: Rehabilitation steht im Spannungsfeld von demografischem und ökonomischem Druck, Klimawandel, sozialer Ungleichheit und Digitalisierung – und ist zugleich ein zentraler Hebel für Gesundheit und Lebensqualität. „Rehabilitation im Wandel“ heißt, innovative, integrierte und patient:innenzentrierte Ansätze zu fördern. Salzburg und die beteiligten Institutionen sind bereit, diesen Wandel gemeinsam mit Praxis, Politik und Patient:innen aktiv zu gestalten.


                                                              

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